Beziehung stärken: Was man tun kann, wenn die Beziehung einschläft

Wir tun nichts gemeinsames mehr – Merkst du noch was?

Paaren in der Krise fällt irgendwann auf, dass sie nichts gemeinsames mehr unternehmen. Wie kommt es dazu? Wenn Paare in die Paartherapie Online kommen, dann klagen sie sehr oft über Unsicherheit in der Beziehung. Sie führt meistens zu einem Verlust der Intensität einer Beziehung. Paare, mit denen ich in Paarberatung Online Beratungen arbeite, machen sich häufig gegenseitig Vorwürfe für die Beziehung nicht genügend gemacht zu haben.

Wie sich Beziehung ausdrückt

Verbundenheit zeigt sich auf unterschiedliche Weise: Sehnsucht, Gefühle und Gedanken sind das eine. Beziehungen drücken sich aber auch im Verhalten aus. Wenn wir mit unserem Partner am Wochenende in die Natur fahren, spazieren gehen oder gemeinsam ins Theater gehen, dann drückt sich darin auch die Beziehung aus: Man teilt gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse und erfreut sich daran.

Beziehung stärken - Frau und Mann sind glücklich

Man kann noch so schöne Dinge als Single erleben, aber Erlebnisse miteinander teilen, das ist etwas anderes. Wie oft wünscht man sich als Single in solchen Situationen: Mensch, das ist wirklich schön, aber ich würde das gerne mit jemanden teilen. Genau das fehlt uns in solchen Momenten.

Wie oft denkt man gerne an gemeinsame Erfahrungen zurück: Mensch, haben wir schon viel zusammen erlebt. Wo wir beide überall schon waren, toll!
Gemeinsame Erfahrungen verbinden: Das Zurückblicken auf gemeinsame Urlaubsreisen beispielsweise, verbindet und stärkt Beziehungen.

Durchstandene Krisen können eine Beziehung stärken

Das Gleiche gilt auch für gemeinsam durchlebte Krisen. Es ist enorm, wie ein Paar von einer Krise profitieren kann. Wenn ein Paar es schafft eine Krise zu bewältigen, dann stärkt diese Erfahrung das Band mit dem Partner. Es entwickelt sich ein Verständnis von den eigenen Problemlösefähigkeiten und den besonderen Kompetenzen: Die Beziehung war kurz vor dem aus, aber wir haben unsere Beziehung gerettet.

Das Erleben von Selbstwirksamkeit ist ein wichtiger Faktor für die Beständigkeit von Beziehungen. Es kann bei einem Paar den Zusammenhalt stärken und es dadurch für alle Zukunft zusammenschweißen. Das kann eine Beziehung stärken, beleben, stabilisieren und sogar immun werden lassen, gegen das Eindringen von dritten in die Beziehung.

update 26.10.2021: wichtige Ergänzungen

In einer Online-Paarberatung und Online-Paartherapie ist dieses Thema oft präsent. Manchmal fällt dem Paar dort erst wirklich auf, wie wenig es zusammen unternommen hat. War es wirklich die Arbeit, die einen abgehalten hat etwas mit dem Partner zu unternehmen? Hätte ich früher gegensteuern sollen oder können? Auch wenn das einem schon vorher aufgefallen ist, wird das häufig erst in einer Paartherapie thematisiert. Wenn man darüber ausführlich spricht, erleben Paare Schuldgefühle: Ist unsere Beziehung gescheitert oder schaffen wir es wieder eine Beziehung zu führen? Wieso habe ich es erst soweit kommen lassen? Aber was hätten sie auch tun sollen?

Warum unternimmt man nichts mehr zusammen?

Beziehung ist nicht einfach so da: Wir alle brauchen Zeichen vom Partner. So bestätigt ein Paar ständig sein Paarsein. Es sind nicht immer Worte, sondern das geschieht auch nonverbal: Mal ist es ein Blickkontakt oder eine Berührung und ein anderes Mal ist es ein Geschenk zum Muttertag.

Warum werden die gemeinsamen Aktivitäten weniger? Warum schläft eine Beziehung nach einiger Zeit ein? Muss das so sein?

Unsicherheit in Beziehungen

Die Paare verlieren einander aus den Augen. Die Beziehung stagniert und läuft nur nebenher, so dass es irgendwann kaum noch Begegnungen im Alltag gibt. Manchmal liegt der Grund in ungeklärten bzw. unbewältigten Konflikten und die sich daraus ergebenden Spannungen. Man möchte die Spannungen umgehen und geht dann dem Partner aus dem Weg gehen. Ungeklärtes führt zu Unsicherheit in der Beziehung. Da wo die Sicherheit in der Beziehung fehlt, da fehlt auch Gelassenheit und Freude. In einer Beziehung ohne Vertrauen fehlt häufig auch die körperliche Nähe. Den Verlust an Intimität realisieren Paare häufig erst sehr spät, teilweise erst, wenn die Beziehung am Ende ist. Gemeinsame Aktivitäten werden dann immer seltener. Manchmal entscheiden sich Paare für eine Paartherapie. Anstatt ihre Beziehung zu beenden, holen sie sich Hilfe. Sie haben das Ziel, die Beziehung aufrechtzuerhalten und neu zu gestalten.

update 29.10.2021 genauere Erklärungen von Arbeitsstress

Arbeitsstress kann eine Partnerschaft schwächen

Es gibt aber auch andere Gründe, die im Arbeitsalltag liegen. Der berufliche und der sonstige Alltag sind sehr häufig vom Stress gekennzeichnet. Wir sehen den Partner morgens nur kurz beim Frühstück und dann erst wieder spät am Abend. Es gibt Paare, die sich sogar noch seltener im Alltag begegnen. Viele leiden unter dem Druck bzw. dem Stress bei der Arbeit. Die Überlastungen aus dem Arbeitsalltag können auch eine Partnerschaft belasten, wenn der Partner die Zusammenhänge nicht versteht und missdeutet. Die schlechte Laune des Partners bezieht er dann auf sich. Und das reicht dann schon, dass es in der Beziehung kriselt.

Gemeinsame Aktivitäten werden weniger

Die Arbeitsüberlastung führt auch dazu, dass man am Ende des Tages gemeinsam das Fernsehprogramm passiv konsumiert. Das ist für beide unbefriedigend, weil sich daraus keine wertvollen gemeinsamen Erfahrungen ergeben. Diese Aktivitäten bleiben für die Beziehung bedeutungslos und man ist ihnen dann auch überdrüssig: Es entsteht Langeweile in der Beziehung.
Es können sich andererseits auch Konflikte mit einem Arbeitskollegen Zuhause entladen. Lewis Coser (1965) nannte das einen „unechten Konflikt“: Der eigentliche Entstehungsgrund liegt hier nicht in der Partnerschaft. Er liegt in einem ungeklärtem Konflikt mit dem Arbeitskollegen, der sich am Partner entlädt.

Langeweile in der Beziehungen kann aber auch andere Gründe haben: Wenn ein Partner, mehr emotionale Nähe möchte und dieser Wunsch aber nicht beachtet wird. Wenn der nähe-vermeidende Partner diesen Wunsch nicht erfüllen kann, dann entsteht Langeweile für den anderen.

update 03.11.21: Die Bindungstheorie ist wichtig. Deshalb hier ein kleiner Zusatz.

Bindungstheorie, John Bowlby

John Bowlby war Mediziner und Psychoanalytiker. Er ist der Begründer der Bindungstheorie, die Beziehungen und das Bindungssystem des Menschen wissenschaftstheoretisch behandelt.
John Bowlby haben wir es zu verdanken, dass über die Beziehung eines Menschen generelle Aussagen getroffen werden können. Er hat die Grundlagen dafür geschaffen, dass wir heute die Beziehung des Menschen relativ gut verstehen: Wir können heute einschätzen, warum eine Beziehung in einer Krise steckt. Eventuell hat einer der Partner eine generelle Bindungsunsicherheit. Vielleicht hat er diese schon seit seiner Kindheit. Das alles sind Fragen, bei denen die Bindungstheorie antworten geben kann. Daraus lässt sich dann ableiten, wie mögliche Lösungen aussehen könnten.

Bindungen sind von Anfang an da

Wenn ein Kind fröhlich mit anderen Kinder auf einem Spielplatz spielt, dann schaut es immer wieder zu seiner Mutter. Das Kind vergewissert sich, dass die Mutter anwesend ist. Dadurch erlebt es den Schutz der Mutter und das lässt es dann beruhigt weiterspielen. Diese empfundene Sicherheit ist ein Ausdruck von Bindung. Die weitere Interpretation dieser Situation ist folgende: Das Kind ist sich der Bindung zur Mutter bewusst. Es kann sich dadurch frei entfalten und sich den Herausforderungen des Lebens stellen.

Die beschriebenen Situationen sind Bowlby aufgefallen, während andere sie nicht bemerkt haben. Seine Offenheit und seine ausgeprägte Neugier haben viel zu dem heutigen Verständnis für familiäre- und Eltern-Kind-Beziehungen beigetragen.

Beziehungen sind Herausforderungen

In einer Paartherapie und Paarberatung Online besprechen wir die bisherigen Beziehungserfahrungen der einzelnen Partner. Das geschieht auch in den Praxisterminen in Hamburg, denn das relativiert die derzeitige Beziehungskrise. Paare können dadurch ihre Partnerschaften als eine Aneinanderreihung von Herausforderungen für die eigene Persönlichkeitsentwicklung verstehen.

Jede vorherige Partnerschaft hatte positive Aspekte. Sie haben uns geformt und immer auch bereichert, wenn man sie unter dem Wachstumsaspekt betrachten würde. Diese Aspekte bringe ich in die Paartherapie ein, denn sie helfen dabei einen Neuanfang zu gestalten.

Dieser Blog mit psychologischen Aufsätzen aus der Welt der Psychologie und der Sexualtherapie soll Fragen stellen und Antworten geben. Ich unterstütze Paare als Dipl.-Psychologe und Heilpraktiker mit Paartherapie Online. Paartherapie biete ich auch direkt vor Ort in einer Praxis in Hamburg an.

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