Last Updated on 31. August 2025 by Martin Heckmann
Beziehungskrisen – erkennen und überwinden
In vielen Partnerschaften gibt es mehr Konflikte, als sich Paare wünschen. Nach jahrelangen Versuchen, die Probleme selbst zu lösen, erleben viele dann Frustration und irgendwann auch Resignation. Nach einigen Anläufen kommt dann die Entscheidung sich Rat und Unterstützung bei einem Paartherapeuten zu holen: Es soll sich endlich was ändern.
Seit einigen Jahren haben sich die Paartherapie-Möglichkeiten erweitert um Paartherapie-online-Angebote. In Deutschland, in der Schweiz und in Österreich nutzen viele Paare diese Angebote, um Beziehungskrisen zu bewältigen.

Beziehungskrise – die Anzeichen
Wann spricht man von einer Beziehungskrise? Paaren ist nicht sofort klar, dass sie sich in einer Beziehungskrise befinden. Die Übergänge sind schleichend und werden nicht sofort erkannt. Wenn die Partner sich dann aber informieren und sie anfangen Podcasts zu hören, dann wird Ihnen das irgendwann klar. Sie interessieren sich dann für die Möglichkeiten eine Beziehungskrise zu bewältigen. Ein erstes Anzeichen kann sein, wenn der / die Partner /-in ständig gereitzt ist. Ein weiteres Anzeichen, wenn man nach einem Streit immer länger braucht, um wieder aufeinander zuzugehen oder wenn man sich dann nicht mehr wieder versöhnen kann.
Erste Anzeichen von einer beginnenden Beziehungskrise können sein:
- häufiges Streiten
- wenig gemeinsame Zeiten
- Machtkämpfe
- weniger Sex oder gar keiner
- Eifersucht
- Affären und Fremdgehen
- keine Gefühle mehr für den (die) Partner (-in)
„Mir fällt auf, dass mir etwas fehlt in der Beziehung“
Beziehungen vermitteln normalerweise Sicherheit. Das ist die Basis einer guten Beziehung. Dieses Fundament geht in der Beziehungskrise verloren.
„Unsere Beziehung begleitet das Gefühl von Ungewissheit: Mein Partner schweigt immer zu allem. Er erzählt nichts von sich selbst. Das ist mir jetzt klargeworden. Mir fehlt die Fantasie, wie das gut weitergehen kann. Ich wünsche mir keine vollkommene Beziehung, aber etwas fehlt mir. Unsere Beziehung – kann man das überhaupt so nennen? Haben wir uns auseinandergelebt?“
Beziehungskrisen – häufige Zeitpunkte
Beziehungsprobleme treten häufig bei Übergängen und den damit verbundenen Herausforderungen auf. Eine Beziehungskrisen nach der Geburt eines Kindes ist so ein typischer Zeitpunkt. Wenn Paare zu Eltern werden, dann häufen sich bei vielen Paaren die zwischenmenschlichen Konflikte. Auch in der Schwangerschaft entstehen oft größere Konflikte bis hin zu einer richtigen Beziehungskrise. Andere relevante Zeitpunkte sind der Beginn einer Krankheit oder die Arbeitslosigkeit eines der Partner. Wenn beide Partner sich unterschiedlich entwickeln entstehen auch Beziehungsprobleme. Das Zusammenziehen kann eine Beziehungskrise auslösen. Es kann aber auch der Versuch sein, eine Beziehungskrise zu überwinden.
Erste Zweifel kommen
Der Partner hat sich verändert. Er ist nicht mehr der vom Anfang. Was bedeutet das? Habe ich mich geirrt? War ich damals blind, als wir uns kennenlernten? Wenn Paare sich in dieser Situation an mich wenden, dann wünschen sie sich mit Online-Paartherapie und Online-Paarberatung eine neue Richtung für die Paarbeziehung einzuschlagen.
Wenn Paare einige Zeit zusammen sind, dann kommt irgendwann – und das ist bei den meisten Paaren so – diese Phase: Das Verliebtsein aus der ersten Zeit – häufig das erste Jahr – geht vorüber, Zweifel entstehen und man stellt viele Fragen.
Das Wort Ernüchterung beschreibt diesen Wechsel sehr treffend, wie ich finde. Einige sind jetzt irritiert: So habe ich mir das nicht ausgemalt. Er bzw. sie hat sich verändert. In dieser Situation kommt es häufig zu Streit und Auseinandersetzungen. Manchmal bleibt andauernder Partnerkonflikt bestehen. Häufig kommt es in dieser Zeit zur einer Trennung. Das muss aber gar nicht so sein.
Symbiose – Beginn der Beziehung
Im ersten Jahr erlebt sich Paar sehr eng. Die Individualität von jedem einzelnen ist nicht erkennbar: Beide sind unzertrennlich. Dann passiert folgendes: Beide verwirklichen Distanz und Abgrenzung. Jetzt wird jeder für sich alleine wieder sichtbar. Das was den einzelnen ausmacht zeigt sich: Interessen persönliche Einstellungen Sichtweisen, aber auch die Macken. Das Paar erlebt Irritation und Unsicherheit:
Wie er die Hose trägt, wie sie spricht, das ist merkwürdig. Eigentlich hat er eine große Nase. Ist mir die damals nicht aufgefallen? Einige kommen mit dieser Ent-Täuschung nicht zurecht und fangen an zu überlegen, ob es ein Irrtum war sich für diesen Menschen zu entscheiden.
Jede der unterschiedlichen Beziehungsphasen stellt gewisse Aufgaben und Anforderung an beide Partner. Sie sind nun aufgefordert, sich als Paar weiterzuentwickeln. Dieser Entwicklungsweg mit Übergängen und Phasen bietet am Ende Aussichten auf eine erfüllte Liebesbeziehung. Genau an diesen Übergängen aber scheitert häufig eine Partnerschaft oder eine Ehe.
Aktiv eine Ehe oder Beziehung retten – besser nicht warten
Als Paartherapeut in Hamburg arbeite ich mit Ihnen zusammen an Lösungen. Das Paarsein befindet sich eigentlich nicht an seinem Ende. Es ist Schade, dass Paare, die mit solchen ganz natürlichen Irritationen, den Liebeszweifeln und Erschütterungen der Gefühle nicht zurechtkommen, sich keine Unterstützung holen. Nun ist eigentlich ein günstiger Zeitpunkt, um damit zu beginnen. Eine durch einen Psychologen geleitete Paartherapie oder Paarberatung hat zu einem frühen Zeitpunkt gute Erfolgsaussichten. Sie bietet die Chance, mit diesen Übergängen besser zu recht zu kommen und die Beziehung bzw. die Ehe zu retten. Beide Partner können sich den Partnerschaftsproblemen stellen, gemeinsam daran arbeiten und dadurch die Beziehung stärken. Zu den Paartherapie Zielen gehört das Gemeinsame aber auch die Unterschiede annehmen lernen und ins Paarsein zu integrieren.
Andauernde Konflikte in der Partnerschaft können sich genauso wie familiäre Konflikte chronifizieren. Sie wiederholen und verfestigen sich. Viele fragen sich dann, ob eine Paartherapie sinnvoll ist. Eigentlich macht es immer Sinn eine Paartherapie zu beginnen. Auch wenn die Konflikte sich verhärtet haben und sich immer wiederholen. Es ist niemals zu spät und man sollte nichts unversucht lassen. Es ist eher so, dass man es doch bereuen würde, wenn man es einfach so weiterlaufen ließe. Es ist jedoch sinnvoll, mit einer Paartherapie nicht zu lange zu warten. Mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten sich unterstützen zu lassen. Eine Paartherapie Präsenztermin ist die eigentlich gängige Beratungsform bei Beziehungsproblemen. Zu den moderneren Beratungsformen gehört das Paarberatung und Paartherapie Online Angebot. Der Ablauf ist bei beiden Formen der gleiche.
Ansatz und Methoden einer Paartherapie
Was ist mein Ansatz? Im Rahmen einer Paartherapie macht es Sinn die jeweiligen Ressourcen der Paares zu aktivieren (Ressourcenaktivierung). Was sind die Stärken des Paares, bzw. der einzelnen Partner. Wenn wir uns stattdessen auf die Schwächen des Paares konzentrieren würden, dann würden diese natürlich stärker und stärker werden. Das wollen wir nicht. Deswegen nehmen wir hier eher die Stärken in den Fokus.
Wenn Paare mich als Paartherapeuten kontaktieren, dann ist der Paarinteraktion meistens destruktiv. Beide werfen sich i. d. R. gegenseitig und ständig ihre Fehler vor. Dadurch verletzen sich Paare aber immer und immer wieder. Paare brauchen hier nun neue Wege und Lösungsansätze. Denn ihre Schwächen werfen sich Paare i. d. R. schon zur Genüge selbst vor.
Ich nutze das zirkuläre Fragen. Dabei sollen sich der Partner in die Partnerin hineinversetzen und umgekehrt auch. Das fördert die Empathiefähigkeit. Ich arbeite viel mit Fragetechniken aus dem Bereich der Systemischen Therapie und Beratung. Z. B. Skalierungsfragen oder strategische und reflexive Fragenformen. Andererseits nutze ich auch die Genogrammarbeit. Dabei geht es um die familiären Bezüge und Themen und die daraus entstehenden Wirkungen auf die Partnerschaft. Aufstellungen von dem familiären System sind auch ein Teil meiner Arbeit.
Was tun? Der Partner möchte nicht mitkommen
Wenn man den Partner nicht dazu bewegen kann, mitzukommen, dann kann eine psychologische Unterstützung auch in Form von Einzelsitzungen durchführt werden. Auch für sich alleine, kann man damit viele Probleme grundlegend verbessern und die Partnerschaft bzw. Ehe positiv beeinflussen. Das sind eigentlich gute Voraussetzungen, um eine Trennung zu vermeiden, bzw. um eine Beziehung zu retten.
Es gibt immer verschiedene Wege, um Beziehungsstress und Partnerschaftsprobleme zu thematisieren und zu reflektieren.

Martin Heckmann, Dipl.-Psychologe und Paartherapeut schreibt in verschiedenen Artikeln über wissenswertes aus den Themenwelten Paartherapie und Psychologie.
Dieser Blog mit psychologischen Aufsätzen aus der Welt der Psychologie und der Sexualtherapie soll Fragen stellen und Antworten geben. Ich unterstütze Paare als Dipl.-Psychologe und Heilpraktiker mit Paartherapie und Paarberatung online. Außerdem biete ich die psychologische Trennungsberatung an. Paartherapie können Sie auch direkt vor Ort in einer Praxis in Hamburg buchen.
