Nach Streit wieder zueinanderfinden

nach streit wieder versöhnenStreit ist in einer Partnerschaft immer wieder ein Thema. Paare haben Konflikte wegen der unterschiedlichsten Themen: Die gemeinsame Freizeitgestaltung ist in den Top Ten der Themen mit dem größten Konflikt-Potenzial.

Konflikte lassen sich nie gänzlich ausschließen. Deshalb ist es umso wichtiger, einen Konflikt hinter sich lassen zu können. Darüber geht es in dem folgenden Artikel: Wie findet man nach einem Streit eigentlich wieder zueinander?

Vor ein paar Tagen sagte eine Bekannte zu mir: „Immer wenn wir streiten (Anm.: Sie und ihr Partner), dann bin immer ich es, die auf meinen Partner zugeht. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es mal umgekehrt war.“
Das Erleben meiner Bekannten wird durch die Psychologie bestätigt: In Partnerschaften finden sich Menschen mit völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten wieder. Einigen Menschen fällt es dabei besonders schwer, auf andere zuzugehen.

Ein geringer Selbstwert steht einem häufig im Weg

Menschen mit wenig Selbstwert haben die Schwierigkeit, sich Schwächen zuzugestehen (Ich darf Schwächen haben), bzw. Fehler einzugestehen („Ich habe einen Fehler gemacht. Es tut mir leid“). In der Kindheit haben sie von ihren Eltern meist nur dann Zuspruch erhalten, wenn sie besonders gute Leistungen zeigten. In der Kindheit werden Persönlichkeiten geformt. Später ist es diesen Menschen sehr peinlich, etwas falsch gemacht zu haben. Dann erleben sie ein großes Schamgefühl.
Es ist möglich, dass sie in solchen Momenten schweigen und sich zurückziehen – oder sie tun so, als wäre nichts gewesen.

Anderen Menschen fällt das Schwächen-Zeigen leichter. Das liegt eventuell daran, dass deren Eltern sie auch dann gefördert haben, wenn sie einen Fehler gemacht haben.

Was kann man tun?

Für die oben beschriebene Partnerschaft wäre es ein Entwicklungsschritt, wenn beide Partner variabler in ihren Verhaltensweisen werden könnten. Der Partner, der nach einem Streit immer auf den anderen zugeht, kann dann auch mal den andern kommen lassen. Der muss auch mal von seinem hohem Ross herunterkommen. Das wäre für beide Persönlichkeiten wünschenswert. Wechsel und Flexibilität können eine Partnerschaft glücklicher werden lassen.

Beide Partner könnten sich entfalten und eine Partnerschaft auf Augenhöhe wäre erlebbar. Im Allgemeinen bedeutet das für die Beziehung mehr Glück und Zufriedenheit.

Wenn ein Thema sich in einer Partnerschaft immer wieder aufdrängt, dann ist der Zeitpunkt gekommen, um das zu verändern. Der eine Partner ist mit seiner (Dauer-) Rolle unzufrieden: Immer muss ich nachgeben und auf ihn zugehen. Immer muss ich die Schuld auf mich nehmen, für etwas das ich nicht zu verantworten habe.
Es ist sinnvoll dieses Thema in einer Paarsitzung anzusprechen. Erst durch das Thematisieren kann sich etwas ändern. Aus starren Beziehungen können lebendige Partnerschaften werden.

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