Trennung verarbeiten

In diesem Text erfahren sie etwas über die Bedeutung von Trennungsschmerzen und wie Sie eine Trennung verarbeiten können.

Menschen finden zueinander. Nach und nach bildet sich bei jedem das Selbstverständnis: Wir sind ein Paar. Die Paaridentität wird zur Selbstverständlichkeit.Trennung verarbeiten
Man plant gemeinsam die Zukunft, richtet sein Leben Schritt für Schritt danach aus und es bilden sich Erwartungen: Die Wohnung wird gekündigt, man trennt sich von Gegenständen und Inventar und zieht zusammen. Neue Freundeskreise entstehen und Ausbildungen werden gezielt danach ausgerichtet, wie es für das Paar am besten ist. Es entsteht eine neue Bindung zu einem Partner und festes Vertrauen. All das wird durch eine Trennung bedroht bzw. erschüttert.

 

Trennungen gehen nicht einfach so vorüber

Für den, der nicht mehr will, ist eine Trennung i. d. Regel einfacher als für den anderen, der an der Beziehung festhält. Es ist ja nicht so, dass ein Trennungswunsch bei beiden gleichermaßen vorhanden ist. Der Ablöseprozess ist eine schmerzhafte Erfahrung. Er wird unumgänglich von stärksten Emotionen begleitet. Gefühle wie Trauer und Wut überkommen einen fortlaufend und immer wieder. In dieser Zeit erlebt man im Wechsel Bedauern und Hoffnungen, Selbstzweifel und Verachtung für den anderen, und und und. Erst nach einiger Zeit wird auch innerlich realisiert und akzeptiert, dass der gemeinsame Weg unwiederbringlich Vergangenheit ist. Man gewinnt mehr und mehr Abstand, das Leben ordnet sich und langsam entwickeln sich neue Perspektiven. Je klarer eine Trennung umgesetzt wird, desto leichter lässt sie sich bewältigen und verarbeiten. Die Trennungsphase ist bei Trennungen ohne hin und her kürzer und deutlich weniger schmerzhaft als umgekehrt.

Die unterschiedlichen Rollen

Trennungen werden unterschiedlich erlebt.
Derjenige, der sich trennt, ist in einer einfacheren Situationen. Die Gefühle sind deutlich weniger intensiv. Er trennt sich aus eigener Motivation heraus und ist mit einem Bein eventuell schon in einer neuen Beziehung. Es erlebt sich in einer stärkeren Postion. Es ist seine Entscheidung und er hat sich eventuell schon längst aus der Bindung gelöst.
Eine Trennung ohne Vorwarnung gibt es nicht – es gibt immer Anzeichen. Manche wollen oder können diese Hinweise nicht richtig deuten. Es würde ihnen auch nichts nützen. Auf eine Trennung kann man sich nicht vorbereiten. Der Verlassene ist noch mittendrin in der Beziehung. Er glaubt immer noch an die Partnerschaft und sieht Hoffnungen und Chancen für den Erhalt der Beziehung. Sobald dann eindeutig und klar ist, dass die Beziehung beendet ist, beginnt der schmerzhafte Prozess der Ablösung.
Für den Verlassenen ist eine Trennung, so schwierig sie auch ist, eine wirkliche Chance. Der Trennungsschmerz und die Gefühle, die erlebt und später durchgestanden sind, werden eine Basis für alles was danach noch kommt. Dieser Reifeprozess ermöglicht Beziehungserfahrungen mit anderer Qualität. Erst durch diesen Ablöseprozess entstehen tiefe Einsicht, Erkenntnis und Lebenserfahrung.

Trennung verarbeiten – man ist nicht der Einzige

Trennung ist eine existentielle Erfahrung. Seitdem es den Menschen gibt, macht er Erfahrungen von Liebe, Bindung und Trennung. Sich genau das zu vergegenwärtigen, kann eine Trennung erleichtern und helfen, die damit verbundenen Trennungsschmerzen zu überwinden.

Sich beim Trennungsschmerz begleiten lassen

Bei einer Trennung kann der Partner nicht helfen – er ist zu nah dran. Durch den Schmerz einer Trennung muss jeder für sich alleine durch. Andererseits muss man damit nicht alleine bleiben. Es gibt Freunde, die gerne für einen da sind und es gibt andere kompetente Unterstützung. Für einen Paartherapeuten sind Themen wie Paarbeziehung und Trennung, die wichtigsten überhaupt – das betrifft alle möglichen Verläufe und Entwicklungen.
Er kann Paare und Einzelne bei Trennungen begleiten und helfen eine Trennung zu verarbeiten. Ich persönlich unterscheide eine Trennungsberatung von einer Trennungsbegleitung.
Eine Trennungsberatung ergibt sich im Verlauf einer Paartherapie, wenn beide Partner zu der Einsicht, gelangen, dass eine Trennung alternativlos ist. In diesem Fall wird eine Paartherapie zu einer Trennungberatung, an der beide Partner teilnehmen.
Es gibt aber auch die Möglichkeit einer sogenannten Trennungsbegleitung. Sie ist für Einzelne, die sich im Falle einer schmerzhaften Trennung unterstützen lassen möchten. In diesem Fall gab es vorher keine Paartherapie. Fazit: Ein Paartherapeut unterstützt Paare oder Einzelne mit Beziehungsthemen.

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