Mit dem Paartherapeuten Martin Heckmann unterwegs

Über die Gewissheit, den sicheren Hafen und den Hamburger Hafen

Eine Partnerschaft – so wie ein sicherer Hafen

Eine Partnerschaft kann wie ein sicherer Hafen sein. Dann fühlt sich die Partnerschaft gut an: Man erlebt in der Partnerschaft Sicherheit und gegenseitiges Vertrauen. Auch emotionale Unterstützung ist dort zu finden. Es freut einen immer wieder dorthin zurückzukehren und dort zu verweilen. Eine solche Partnerschaft gibt Halt und Geborgenheit: Dort fühlt man sich wie Zuhause. Es ist der Ort zum Krafttanken und Leben: Hier möchte ich sein, denkt man dann hin und wieder.

In einer Sicherer-Hafen-Partnerschaft ist der Partner erreichbar, wenn man emotionale Unterstützung braucht. Der Partner ist zugegen und hilft, wenn dies nötig ist.

Von dort hinaus in die Welt

Wenn wir unsere Partnerschaft als einen sicheren Hafen erleben, dann wartet dort der für uns wichtigste Mensch. Der Partner ist uns unverzichtbar. Das Sichere-Hafen-Erleben nährt uns und ist sogar die Voraussetzung dafür, dass wir gut im Leben stehen.

In Balance bleiben im Beruf

Die enge bzw. starke Verbindung zum Partner stärkt uns. Wir können mit dieser haltgebenden Erfahrung besser in der Welt sein und uns dem Leben, mit seinen beruflichen Aufgaben, Herausforderungen und Menschen, zuwenden. Wir nehmen dann die Sicherheit aus dem sicheren Hafen mit in Welt hinaus. Dort halten wir Stand.

Einen sicheren Hafen – welches Glück haben Menschen, die das haben und welchen Mangel diejenigen, denen das fehlt.

Die Sicherheit im realen Hafen

Wie entstehen eigentlich Metaphern? Es ist schon interessant, wie Sprachbilder entstehen und auf welchen Grundlagen diese basieren. Sprachbilder entstehen und werden eventuell zur verwendeten natürlichen Sprache. Psychologische Therapierichtungen gebrauchen Sprachbilder (Metaphern) bzw. Bildsprache im Rahmen von Interventionen, so z. B. die Hypnotherapie. Die Systemische Therapie nutzt z. B. das Märchen mit seiner kraftvollen Bildsprache.

Der Hintergrund der Metapher von einem sicheren Hafen wird dann umso verständlicher, wenn man die hamburgische Geschichte der Seeschifffahrt in den Blick nimmt:

Für die Schifffahrt im 18. Jahrhundert bedeutete der Hafen sicherlich Sicherheit. Wenn die Seefahrer nach Monaten auf See dort einlaufen und dorthin zurückkehren, dann gab ihnen der Hafen Schutz vor Wetter, Piraten und Hunger. Die Seeschifffahrt war nicht immer sicher. In den Jahren 1719 bis 1747 wurden ca. 50 hamburgische Schiffe überfallen und erobert. Dabei wurden 682 Seeleute als Sklaven verschleppt.[1]

Nach der letzten Paartherapie: Erholung

Die Metapher vom sicheren Hafen steht für das Bedürfnis nach Sicherheit in Beziehungen. In den Hafen der Ehe einlaufen (heiraten) ist eine weitere Metapher, Für mich selbst steht der Hafen auch für das Bedürfnis nach Erholung. Eigentlich müßte man die Metapher vom erholsamen Hafen erfinden.

Die Arbeit mit Paaren ist wertvoll, manchmal ist sie auch belastend. Was macht eigentlich ein Paartherapeut in seiner Freizeit? Wie erholt er sich von der Arbeitsbelastung? Erholung ist wichtig – das ist bekannt. An manchen Tagen muss um Erholung allerdings gerungen werden. In diesem Text geht es genau darum.

Die letzte Paartherapie-Sitzung am Nachmittag – ich muss immer wieder daran denken: Der Alltag des Paares war bestimmt durch Kommunikationsprobleme und Konflikte. Es komme zu Streitigkeiten, die immer öfter eskalierten. Ihnen sei kürzlich klargeworden, dass sie bei der Bewältigung ihrer Beziehungsprobleme Unterstützung brauchen: „Wir haben versucht unsere Beziehung zu verbessern. Allein schaffen wir das nicht“, sagten beide.

Aber jetzt, nach der letzten Paartherapie in Hamburg am Abend, versuche ich generell nicht mehr daran zu denken.
„Abschalten“, sage ich zu mir selbst. „Ja, ich lenke mich ab.“ Das nennt man Psychohygiene.

Paartherapeut im Hamburger Hafen. Auch die Elbphilharmonie ist zu sehen
Elbphilharmonie und Hamburger Hafen

Meine Orte, meine Gedanken. Unterwegs am Hamburger Hafen

„Der Hamburger Hafen ist der größte Seehafen in Deutschland und der drittgrößte Hafen in Europa.“, sagt der Reisegruppenleiter mit deutlichem Dialekt. „Und da drüben sehen Sie übrigens die Großwerft Blohm + Voss. Wissen Sie überhaupt wo wir hier sind? Dieser Ort hier, die Speicherstadt, ist seit 2015 UNESCO Weltkulturerbe.“ Einige der Teilnehmer klatschen. „Gerade hier sehen Sie den Reichtum der Stadt Hamburg. Schauen Sie mal dort hinten. Das ist das Speicherstadtrathaus.“
„Dort beginnt die HafenCity?“, fragt eine Gruppenteilnehmerin.

Reisegruppen begegnet man ständig dort unten am Hamburger Hafen. Ich persönlich suche dort Erholung am Ende eines Arbeitstages. Nach der Paartherapie in Hamburg kann ich hier gut abschalten.

Nach der Arbeit abschalten am Hamburger Hafen

Dort unten an der Elbe kann ich entschleunigen. Also fuhr ich mal wieder los, dorthin zum Hamburger Hafen. Wenn ich an den St. Pauli Landungsbrücken angekommen bin, dann entscheide ich spontan in welche Richtung ich entlang laufe: Entweder geht es linksherum in Richtung Elbphilharmonie, Speicherstadt, Hafencity und dann weiter zum Hamburger Hauptbahnhof. Oder es geht rechtsherum in Richtung Altona, am Hamburger Fischmarkt vorbei und dann einfach immer weiter. Manchmal geht es bis nach Övelgönne und zur Strandperle. Dort ist es einfach nur schön. Nein, dort ist es doppelt schön.

Den Kopf frei bekommen

Heute ist es schon sehr spät geworden, Also entscheide ich mich für den kürzeren Weg entlang der Elbphilharmonie und der Speicherstadt. Kopf frei kriegen, denke ich. Ich gehe also los, rechts an der Überseebrücke liegt das Museumsschiff Cap San Diego. Seit 1986 kann man es dort besichtigen. Merkwürdig ist, dass ich das Museumsschiff niemals besichtigt habe. Ist das so? Ich verdränge das und gehe weiter – erst am U-Bahnhof Baumwall vorbei und dann stehe ich direkt vor der Elbphilharmonie.

Die späte Paartherapie Sitzung

Immer noch denke ich an das Paartherapie Gespräch von vorhin: Waren die verheiratet? Ich muss noch die Dokumentation machen. Welche Hypothesen habe ich gebildet? Wie geht es mit dem Paar weiter? Wie lange dauert die Paartherapie mit diesem Paar wohl? Führen sie noch in zwei Jahren eine Partnerschaft? Wie kann ich als Paartherapeut beide durch systemische Methoden unterstützen? Machen Paartherapie online Sitzungen bei dem Paar Sinn? Welche Paartherapie Interventionen sind sinnvoll? Systembrett, zirkuläres Fragen, oder beides? Mit welcher Arbeitsweise komme ich dem Paar entgegen? Kann die Beschäftigung mit dem Partnerschaftsleitbild zum jetzigen Zeitpunkt dabei helfen, die Krise zu überwinden? Und, und und. Verschiedene Gedanken reihen sich aneinander.

Konflikte vermeiden in der Partnerschaft. Kann das wirklich erfolgreich gelingen?

In Gedanken war ich später doch wieder bei der Paartherapie: Das Paar aus der letzten Paartherapie Sitzung hatte keine Kinder. Es war bisher noch nicht bei einem Paartherapeuten. Das Paar erzählte in dem Paartherapie Erstgespräch von den Konflikten im Alltag. Es beschrieb auch die Wünsche und Ziele bezogen auf die gemeinsame Zukunft. Mir wurde schnell klar, warum die angewandten Konfliktstrategien des Paares nicht funktionierten: Die Probleme werden nicht beim Namen genannt. Sie werden ausgeblendet in der Hoffnung, dass die Missstimmungen schon irgendwann abklingen und die Probleme verschwinden. Wie kann das erfolgreich sein?

Aber ist es eigentlich möglich, einen Konflikt erfolgreich zu vermeiden?! Ich denke nicht, dass das in einer Beziehung funktioniert. Ich glaube nicht, dass sich Gefühle wie Wut und Angst dauerhaft unterdrücken lassen. Die Gefühle werden sich entgegen aller Versuche irgendwann kundtun. Sie zeigen sich dann auf eine unerwünschte Weise. Gefühle lassen sich nicht so einfach beiseite schieben – wie eine alte Kommode. Natürlich wünschen wir uns das: Endlich einmal keine Konflikte.

Deshalb finde ich es wichtig, sich mit den Konflikt Themen zu beschäftigen. Wie lange hat es bei dem Paar funktioniert, die Probleme miteinander zu besprechen? Das wäre eine Frage, die ich beim nächsten Paartherapie Termin stellen werde.

Die Speicherstadt – ein Stück Hafengeschichte

Halt, Stop! Ich bin jetzt nicht bei der Arbeit. Ich möchte einfach nur spazierengehen und mich regenerieren. Wieder muss ich mich selbst auffordern, mich zu entspannen. Also gehe ich weiter hinein in die Hamburger Speicherstadt.
Beim Anblick der wunderbaren Kontorhäuser freue ich mich: Es gibt ihn noch – den alten Hamburger Hafen.
Wieder höre ich einen Stadtführer sprechen: „Die Speicherstadt ist ein einmaliger Ort. Die lange Tradition von Hamburg als bedeutender Logistikstandort ist hier ganz deutlich sichtbar…“

Das Thema Verzeihen in der Paartherapie

Wieder denke ich an das vorherige Paartherapie Gespräch:
Kränkungen und Verletzungen sollten Paare miteinander besprechen. Für einen Neuanfang mit dem Partner ist das wichtig. Es geht dabei auch um das Verzeihen. Paare, die versuchen Probleme und Konflikte hinter sich zu lassen, ohne diese miteinander zu besprechen, scheitern häufig genau an diesen Überbleibseln früherer Konflikte. Ohne diese Auseinandersetzung geht es häufig nicht weiter bzw. nicht voran in der Beziehung. Eine Partnerschaft braucht dafür Offenheit. Dann ließe sich die Beziehung retten und die Krise überwinden.

-Fortsetzung folgt-

Literatur

Johnson, Sue (2014) Liebe macht Sinn. München: btb Verlag

Internetseite der Stiftung historische Museen Hamburg: Stiftung Historische Museen Hamburg

Dieser Blog mit psychologischen Aufsätzen aus der Welt der Psychologie und der Sexualtherapie soll Fragen stellen und Antworten geben. Ich unterstütze Paare als Dipl.-Psychologe und Heilpraktiker mit Paartherapie und Paarberatung online. Außerdem biete ich die psychologische Trennungsberatung an. Eine Paartherapie können Sie auch direkt vor Ort in Praxis Hamburg buchen.

Wünschen Sie sich eine Veränderung in ihrer Beziehung? Nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf über 040 89000561. Sie können mir auch schreiben: info@paartherapie-hamburg-mh.de

Möchten Sie mehr über ein bestimmtes Thema erfahren? Kontaktieren Sie mich gerne auch über das Kontaktformular.

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