Weihnachten – Streit mit Partner und Familie

weihnachten-familie-partner-streitDieser Artikel beschäftigt sich mit der Bedeutung des Weihnachtsfestes für eine Familie oder für ein Paar.

Es ist wieder soweit – bald ist Weihnachten. Die Familien kommen zusammen – und das hat Tradition: Man fährt mit dem Auto oder dem Zug durch ganz Deutschland und besucht die Eltern. Dort verbringt man ein, zwei Tage mit ihnen und mit den Geschwistern in Harmonie – zumindest wünscht man sich das…

In den allermeisten Fällen kommt es anders: Für nicht wenige werden es anstrengende Tage – eine Zeit voller Konflikte mit den Geschwistern und den Eltern. Am Ende denkt man sich: Im nächsten Jahr soll das aber wirklich anders werden.

Weihnachten fällt aus?

Warum wird das Weihnachtsfest eigentlich immer anders, als man es sich wünscht? Wenigstens an Weihnachten möchte man doch Harmonie: Dieses Jahr mal keinen Streit in der Familie. Aber wie soll das funktionieren, wenn es doch das ganze Jahr über nicht klappt?

Auch in einer Partnerschaft kann es in der Weihnachtszeit problematisch werden. Vielleicht haben beide Partner unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche darüber, wie die Weihnachtstage gestaltet werden sollen. Beide Interessen sind eventuell gar nicht vereinbar und führen zu einem Paarkonflikt. Häufig ist das Weihnachtsfest für ein Paar eine ernsthafte Prüfung und Auslöser für den Beginn einer Beziehungskrise.

Grundsätzlich gilt für eine Familie oder für eine Partnerschaft das gleiche: Beide Beziehungsformen sind gekennzeichnet durch eine hohe Emotionalität, denn es sind wichtige Beziehungen. Wenn sich Geschwister nicht mögen und sie sich jahrelang aus den Weg gehen, dann mögen sie die Beziehung vielleicht nicht als eng erleben, es bleibt aber eine bedeutende Beziehung. Der nachfolgende Text bezieht sich in kleinen Abwandlungen auf beide Gruppen.

Die Logik der Gefühle

Nicht selten haben sich familiäre bzw. partnerschaftliche Konflikte verfestigt: Konflikte haben eine Geschichte. Sie bestehen schon seit vielen Jahren. Meist ruhen sie nur und sie werden beim nächsten Zusammentreffen aktiviert. Natürlich wünscht man sich, dass die Zeit die Wunden heilt. Oft tritt das Gegenteil ein: Auch wenn die Konflikte nicht offensichtlich erscheinen – sind sie schnell da. So ist die Logik der Gefühle.

Natürlich gibt es Tipps, um das Weihnachtsfest über stressfrei zu bleiben: „Bleibe freundlich, setze dich nicht direkt neben deine Schwester. Spreche dieses oder jenes Thema am besten nicht an, und so weiter und so fort.

Aber was wir uns auch vornehmen, es wird den Streit nicht verhindern: Der Konfliktgrund bleibt bestehen. Er wird sich in das nächste und nächste Jahr hinüberretten. Unbewältigte Konflikte werden fortbestehen.

Was können Sie tun?

Das beste ist, wenn Sie sich mit Bruder, der Schwester oder mit dem Partner zusammensetzen und die Themen besprechen. Das kann gut gelingen, wenn jemand dabei ist. Ein Moderator versucht das Gespräch zu strukturieren. In einer Konfliktmoderation bespricht er mit den Teilnehmern die Regeln, auf die sie achten sollen, damit das Gespräch gelingt. Er sammelt Ergebnisse und fasst diese zusammen. Am Ende zieht ein Fazit. Er hilft dabei einen Kompromiss zu finden. Das Ziel einer Konfliktmoderation ist die Konfliktklärung.

Zu einer Konfliktmoderation gehört:
– Sich selbst mehr kennenzulernen. Dabei geht es um das Erforschen der eigenen Gefühle, die Konflikte begleiten.

– Bespechen der „beliebten“ erfolglosen Lösungsformen. Dabei wird den bisherigen Lösungsansätzen auf den Grund gegangen.

– Das Erfinden neuer Lösungen. Die gefundenen Lösungen werden erprobt und bewertet. An den für gut befundenen Lösungen hält man fest. Alle übrigen werden nach und nach ersetzt.

– Das Eingehen von Kompromissen.

Bei solchen Treffen achte ich immer darauf, dass die Klienten – auch wenn sie weit davon entfernt sind – Wertschätzung lernen, bzw. ein Gefühl dafür (die Wertschätzung) bekommen.

Ein wichtiger Punkt dabei ist das einander Zuhören. Es ist die Voraussetzung für das Verstehen des anderen.

Konfliktklärung für sich alleine?

Es ist auch möglich alleine zu kommen. In einem solchen Gespräch werden die typischen Teufelskreise besprochen, die immer wieder familiäre Treffen kennzeichnen. Teufelskreise sind Musterhafte Verläufe. In einem Coaching-Gespräch lernen Sie sich besser kennen. Sie erfahren warum sie so oder so reagieren. In den nächsten Schritten lernen Sie alternative Handlungsmöglichkeiten kennen. Diese können Sie dann im Alltag umsetzen.

Dabei gilt: Je kürzer und deutlicher sie ein Problem benennen und sozusagen auf den Punkt bringen, desto  besser lassen sich anschließend Lösungen dafür finden: Es gibt viele Lösungen die einigermaßen hinhauen. Aber eine Lösung, die funktioniert und erreichbar ist, das ist schon etwas besonderes.

Wie ich arbeite: Ich arbeite nicht ausschließlich mental. Es werden Lösungen auf verschiedenen Ebenen gesucht, Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit ist die Meditation oder das Qigong: Es entsteht Ruhe.

Konfliktprävention für die Weihnachtstage – gibt es so etwas?

Es gibt sicherlich Dinge, die man beachten kann, damit Konflikte innerhalb einer Familie weniger wahrscheinlich werden und weniger ausarten. Ganz ausbleiben werden sie aber kaum, das sollte Ihnen klar sein.

– Schreiben Sie Ihre Befürchtungen auf. Auch dadurch erreichen Sie Abstand – vieles relativiert sich.

– Überlegen Sie sich gut, mit wem und wie Sie Weihnachten verbringen möchten und mit wem nicht. Danach können Sie planen, wie das Weihnachtsfest werden soll.

– Erwarten Sie nicht zu viel, von sich und von den anderen.

– Vermeiden Sie das Ansprechen bestimmter Themen, das können Sie in der Zeit danach tun.

– Planen Sie gut und machen Sie die Besorgungen in diesem Jahr einfach früher. Dadurch können Sie die Weihnachtstage insgesamt entspannter angehen.

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