Trennung - aber wie? - Tipps vom Psychologen

Eine Trennung braucht niemand. Sie bedeutet pure Emotionen. Ein Grund mehr sich zu informieren, wie man sich am besten trennt: Sich angemessen zu trennen ist möglich. Hier erfahren Sie etwas über die Trennung im Guten und die Trennung auf Zeit. Diese beiden Trennungsmöglichkeiten sind geeignet für einen Neuanfang – entweder mit einem neuen Partner oder eventuell mit dem bisherigen. Außerdem geht es um die Bedeutung der Paartherapie für die Bewältigung von Beziehungsproblemen. In einem später erscheinenden 2. Teil finden Sie Informationen zum Thema Psychologie der Trennungen und Gedanken zu Trennungsschmerzen.

Trennung in der Partnerschaft, tipps aus der Paartherapie
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Trennung im Guten – wie der Kontakt weiter möglich bleibt

Trennungen können so oder so sein – sie verlaufen unterschiedlich. In vielen Fällen enden sie mit Vorwürfen und Kontaktabbruch. Das muss nicht so sein. Partner können im Guten auseinander gehen. Das kann ganz unterschiedlich aussehen. Ein Paar trennt sich, aber man verliert sich nicht aus den Augen. Die Situation normalisiert sich, nach einiger Zeit stellt sich ein “normaler Kontakt“ ein und Beziehungen zu neuen Partnern kommen zustande. Man ist sich im Klaren darüber, dass die Zeit als Paar vorbei ist.
Manchen Paaren gelingt es sich so zu trennen. Andere Paare lassen sich durch eine Mediation bzw. Paartherapie unterstützen. Dort kann wesentliches noch einmal benannt werden. Voraussetzung dafür ist ein sicherer und haltender Raum für beide.
Im Rahmen dieser Paarmediation kann jeder seine Wünsche für die Zukunft benennen und Unausgesproches verantwortungsbewusst ansprechen. Diese Form des Abschieds begünstigt eine gelingende Trennung. Auch wenn beide später keinen bedeutenden Kontakt mehr miteinander haben, können Trauer und Emotionen besser bewältigt werden. Das erleichtert eine Trennung zu verarbeiten.

Kann man sich in Freundschaft trennen?

Viele wünschen sich nach der Trennung, den Partner als Freund zu behalten. Dieser Wunsch ist verständlich, er bleibt aber eine Herausforderung. Einer wird immer mehr unter der Trennung leiden als der Andere. Der Verlassene braucht Abstand und Zeit um die Trennung zu verarbeiten. Die Wunden sind noch zu frisch. Für ihn ist jetzt regelmäßiger Kontakt zum Ex- Partner nicht möglich. Stellt sich der zu schnell ein, dann können diese Wunden nicht verheilen. Deshalb rate ich, sich diese Zeit der Selbstfindung unbedingt zu nehmen.
Auch wenn man es ihm nicht unbedingt ansieht und er cool damit umgeht, die Wunden sind da. Durch zu frühen Kontakt kommen Hoffnungen auf und Sehnsüchte werden verstärkt. Für ihn könnte es zu einem ständigen Hin und Her der Gefühle werden. Derjenige, der sich trennt, hat eventuell auch Hoffnungen: Ich möchte nicht mehr mit ihm zusammen sein, aber ich möchte ihn als Freund behalten. Es existieren dann bei beiden sehr unterschiedliche Hoffnungen – Partnerschaft auf der einen Seite und Freundschaft auf der anderen Seite. Ich empfehle die Eigeninteressen erst einmal zurückzustellen. Es ist ratsam respektvoll zu handeln und dem Anderen die Zeit der Trennungsverarbeitung zuzugestehen. Es ist wichtig ein klares Zeichen zu setzen, dass die Beziehung beendet ist und Distanz zu wahren. Viel später wird eventuell freundschaftlicher Kontakt möglich sein. Vermutlich sind dann beide wieder klar in ihren Wünschen und Hoffnungen.

Wenn Paare Kindern haben – worauf Sie achten sollten

Eine Trennung der Eltern ist besonders für Kinder ein trauriger und belastender Prozess. Die Eltern sind die wichtigsten Personen in ihrem Leben. Beide kennen sie nur als Einheit. Eltern sind Vorbilder: Ein Kind lernt von den Eltern, wie man streitet und unterschiedliche Interessen aushandelt. Ein gutes Verhältnis der Eltern ist im Allgemeinen eine gute Basis für die weitere Entwicklung von Kindern. Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass Scheidungskinder als Erwachsene seltener Heiraten bzw. Kinder bekommmen.

Deshalb ist eine Trennung für Eltern eine Herausforderung. Sie sollten auch danach angemessen miteinander umgehen. Das ist oft leichter gesagt als getan. Mit der Unterstützung eines Paartherapeuten bzw. Mediatoren, der beiderseitige Interessen und Bedürfnisse wahrnimmt und berücksichtigt, lässt sich eine Trennung im Guten leichter realisieren.
Dabei geht es immer auch darum, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und Kompromisse zu erarbeiten bzw. zu ermöglichen.

Wenn Trennungen sich ergeben

Trennungen lassen sich nicht immer verhindern. Sie ergeben sich manchmal im Verlauf einer Paartherapie. Eine Paartherapie ist immer auch eine Prüfung der Motivation für ein Zusammenleben. In diesem Fall hat sich gezeigt, dass die Motivation für ein Zusammenbleiben nicht ausreicht und eine Trennung für beide der bessere Weg ist. Es ist Klarheit entstanden. Eine Paartherapie kann dann als Trennungsberatung weitergeführt werden, wenn man zu diesem Ergebnis kommt.
Eine Trennungsberatung ist dann eine große Chance. Dort werden Vereinbarungen getroffen, die für beide Partner akzeptabel sind. Es können der Stress und die Belastungen dieser schwierigen Zeit beschränkt und die Phasen bis zu einer Einigung wesentlich verkürzt werden.

Rituale bringen voran

Rituale können den Beratungsprozess bei einer Trennung bzw. Scheidung unterstützen. Rituale sind verbindende Elemente bzw. Handlungen in der Systemischen Therapie. Sie werden gemeinsam entwickelt oder vom Therapeuten vorgegeben. Sie sollen ein Beratungsergebnis unterstreichen und abschließen helfen. Rituale gestalten im Allgemeinen den Übergang von Altem zu Neuem – hier den Übergang vom Paarsein zum Selbstsein.

Eine weitere gute Möglichkeit sich zu trennen ist die Trennung auf Zeit. Sie ermöglicht eine Beziehungsklärung und eventuell das Fortbestehen der bisherigen Partnerschaft. 

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Hier erfahren Sie mehr über Trennungsmöglichkeiten ohne bitteren Nachgeschmack.
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Martin Heckmann
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